Am Gründonnerstag haben wir erstmals ein messianisches Passah gefeiert, für uns als Christen eine doch neue und gute Erfahrung. Manches Fremde wurde uns deutlich in dem Nacherleben des Hintergrundes aus der Geschichte des jüdischen Volkes.

Mit 50 Personen feierten wir an den Tischen das Passah; an jedem Tisch gab es die “Frau des Hauses” und den “Hausvater”, die die zugewiesenen Aufgaben im Rahmen des Festes mit Bravour absolvierten.

Nachdem die Frau des Hauses die beiden Passahkerzen entzündet hatte, kam die Frage der Kinder nach dem Grund der Passahfeier. Sie wurde eingesetzt von Gott, nachzulesen in 5. Mose 6,20-25, als Erinnerungsfest an die Befreiung des Volkes aus der ägyptischen Sklaverei.
Nach dem Reinigen des Hauses von allem Gesäuerten kam der “Kidusch”, die Eröffnung des Passahs mit dem Einschenken des Kelches der Heiligung. Daraus tranken wir alle, danach wurde der Kelch des Gerichtes gefüllt, der Hausvater wäscht seine Hände.
Es gab die Karpas-Petersilie, das ist Petersilie in Salzwasser getaucht, in Erinnerung an die Tränen des jüdischen Volkes in der ägyptischen Sklaverei.

Danach brach der Hausvater die mittlere Matze (Jachatz, ungesäuertes Brot), der größere Teil (das ist der Afikoman) wurde versteckt und wird von den Kindern am Ende der Feier gesucht.


Der Kelch des Gerichtes wurde hochgehalten und an die 10 Plagen erinnert, dabei wurde zu jeder Plage der kleine Finger in den Kelch des Gerichtes getaucht und ein Tropfen Wein gelangte auf den Teller.
Dann wurde der Kelch des Gerichtes ausgetrunken und der 3. Kelch, der Kelch der Erlösung gefüllt.

Der Lammschenkelknochen steht für das Lamm, welches zu Passah geopfert wurde.
Der Hausvater nahm ein Stück der oberen Matze und sprach einen Segen, danach brach er die obere und mittlere Matze und teilte die Stück an die Anwesenden aus. Die Stücke wurden mit Salz gegessen.
Danach wurde ungesäuertes Brot mit Meerrettich gegessen und bitteren Kräutern in Erinnerung an die Bitterkeit der Sklaverei.

Danach wurde das Charosset (Fruchtmus) gegessen, Erinnerung an den roten Lehm in Ägypten und das in Salzwasser getauchte braune Ei als Erinnerung an die Zerstörung des Tempels im Jahr 70 n.Chr.
Daran schloss sich das gemeinsame warme Essen an.
Nach dem Essen suchten die Kinder den Afikoman, wer ihn findet, erhält genau 50 Tage später zu Pfingsten/Schawuot ein Geschenk. Wir aßen den Afikoman in Erinnerung an Jesus, der für uns gestorben ist. Danach tranken wir alle aus dem 3. Kelch und der 4. Kelch (Kelch des Lobpreises) wurde gefüllt. Die Juden erwarten damit noch Elia, der die Ankunft des Messias ankündigen wird.
Da wir als Christen Jesus als den Messias sehen, tranken wir auch den Kelch des Lobpreises.
Damit endete die Passahfeier: Ba Shana haba´a ba jerushalaim! (Nächstes Jahr in Jerusalem!)